Objekt des Monats September 2016 - Blechspielzeug

von Dampfmaschinen, Elefanten und Eisenbahnen

Definition:

Das Blechspielzeug ist ein Objekt aus Weißblech, das in realitätsnaher Gestaltung seit ca. 1800 die Natur mechanisch nachmachen möchte. Die anfangs handgefertigten Stücke konnten sich nur reichere Leute leisten.

Das Faszinierende an diesem Spielzeug war die Beobachtung ihrer Bewegungen. Sie sind ein Zeichen von der Auseinandersetzung der Menschen mit den Erfolgen der Industriellen Revolution und förderten die Technikbegeisterung.

 

 

 

Jahrmarkt und Zirkus

Um 1900 gebrauchten Künstler für die Darstellung der Welt um 1900 das Bild eines bunten Treibens im Zirkus oder auf dem Volkfestplatz.

Dies war Ausdruck der Lebensfreude vieler Menschen. Die Buntheit, die schnelle Bewegung (Karussell) und die Akrobatik vermittelten das Gefühl, man habe das Leben im Griff. Wenn man Elefanten solche Kunststücke beibringen kann, kann man durch mechanisches Denken und Handeln die Probleme der Welt lösen, mag mancher gedacht haben.

Der Erste Weltkrieg hat die Menschen eines Besseren belehrt.

 

Dampfmaschine und Berufsleben:

Die Dampfmaschine war der Motor der Industriellen Revolution (ab Mitte 18. Jahrhundet). Seit Beginn 20. Jahrhundert gab es die Modelldampfmaschinen, die den Kindern spielerisch die physikalischen Gesetze beibrachte und sie zugleich mit beruflichen Tätigkeiten bekannt machte.


Die Eisenbahn

Die Eisenbahn spielte bei der Verbesserung der Infrastuktur eine bedeutende Rolle. Zugleich versprachen Fahrten mit ihr Abwechslung, Ortsveränderung und Abenteuer. Im Kleinformat stillte sie diese Sehnsüchte. Außerdem schulte sie beim Bau einer Eisenbahnlandschaft Kenntnisse im Umgang mit Elektrizität und Basteln.

Eisenbahnen eigneten sich besonders als Weihnachtsgeschenk, das zu Zukauf erweitert werden kann. Auch Vätern war dies Fahrenlassen von Zügen eine liebe Tätigkeit. Berühmt wurde die Märklin-Eisenbahn, die heute Marktführer in Europa ist.

 

 

Kurze Geschichte des Blechspielzeugs

Das Blechspielzeug wurde in den Anfangsjahren von Hand hergestellt und war teuer. Die Massenproduktion am Ende des 19. Jahrhunderts machte das Spielzeug billiger.

Die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg war für die Blechspielzeugindustrie ein Goldenes Zeitalter. Während und nach dem Ersten Weltkrieg schränkten wirtschaftliche Schwierigkeiten die Produktion ein. Die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg brachte einen gewaltigen Ausstoß an Kriegsthemen: Soldaten, Panzer, Waffen

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion schnell wieder aufgenommen. Neue Stoffe wie Spritzguss und Plastik schufen neue Formen. Die Zeit der Blechspielzeuge als Spielzeuge für Kinder war abgelaufen.


Sammler

Da wegen der Verletzungsgefahr in den siebziger Jahren die Blechobjekte außer Mode kamen, fesselten sie das Interesse vieler Sammler. Damit stieg auch der Preis der älteren Gegenstände oft in den Tausender-Bereich und darüber hinaus. Man kann beliebte Stücke auch heute noch als Nachbau günstig erwerben.